
Die Bauweise mit Doppelwänden minimiert den Schalungs- und Bewehrungsaufwand auf der Baustelle.
Die Doppelwandelemente bestehen aus zwei durch Gitterträger miteinander verbundenen Stahlbetonschalen. Zwischen den Schalen verbleibt ein Zwischenraum von mindestens 7 cm. Nach der Montage auf der Baustelle werden die Wandelemente mit Beton vergossen.
Der Gesamtquerschnitt wirkt wie eine monolithisch hergestellte Wand. Die statische Mitwirkung der Gitterträger verleiht der Fassade zusätzliche Stabilität. Stützen sind quasi werkseitig integriert, können somit entfallen; dies vermindert den Aufwand für Fundamentarbeiten.
Für Doppelwandelemente wird analog zur Elementdecke zunächst eine Betonfertigplatte mit Bewehrung produziert. Nach dem Abbinden wird diese Platte um 180° gewendet und mit der frisch betonierten zweiten Platte "verheiratet". Die Gitterträger der ersten Platte "tauchen" in den Frischbeton der zweiten Platte ein und stellen den statisch tragfähigen, dauerhaften Verbund zwischen beiden Platten her.
Einbauteile wie Kellerfenster, feuerhemmende Türen, Türzargen, Elektrorohre und Verteilerdosen usw. werden werkseitig eingebaut. Die Oberflächen sind schalungsglatt und gemäß DIN 18217 streich- und tapezierfähig. Der Innenputz kann also entfallen. Der Putzflächenabzug (3 % der Wohnfläche nach DIN) erübrigt sich.
Ausgehend von der Standardausführung der Doppelwand wurden verschiedene Ausführungsvarianten entwickelt, z.B. mit Kerndämmung und für Weiße Wannen sowie mit Faserbetonschalen.

Keller, Untergeschosse, Tiefgaragen
Ein Standard-Anwendungsbereich sind Kellerwände und das Bauen im Grundwasserbereich. Die Doppelwand kommt hier als Kelleraußenwand sowie als tragende und nicht tragende Innenwand zum Einsatz.
Mit Doppelwänden lassen sich wasserundurchlässige Wände technisch sicher herstellen. Auch im Behälterbau hat sich die Bauweise bewährt.

Doppelwand als Weiße Wanne
Für den Einsatz als Weiße Wanne kommt die Doppelwand mit Faserbetonschalen und einem langzeitbewährten Fugendichtsystem zum Einsatz.
Spezialbeschichtete Fugenelemente bewirken eine druckwasserdichte Abdichtung zwischen Sohlplatte und Wand. Nach dem Betonieren des Kerns entsteht ein homogenes, druckwasserdichtes Bauwerk.
Weiße Wannen können auch mit Thermowänden realisiert werden.


Hohe Wände
Wände mit einer Höhe von 10 m und mehr lassen sich einfach und zeitsparend aus Doppelwandelementen herstellen. Ein besonderer Vorteil ist, dass diese Wandkonstruktion auf spezielle statische Anforderungen ausgelegt werden kann.
Ein minutiöser Liefer- und Montageplan bildet die Grundlage für die reibungslose Zusammenarbeit zwischen Werk und Baustelle. Für die Montage hoher Wände ist die Aufrichtstation zwingend erforderlich.

